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Institut für Astronomie und Astrophysik

Abteilung Astronomie

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Dissertation Norbert Kappelmann


Photometrische und spektroskopische Untersuchungen an drei T Tauri Sternen der Chamäleon-T-Assoziation

Summary.
SY, TW und VZ Chamäleontis, Mitglieder einer T Assoziation und eindeutig als T Tauri Sterne klassifiziert, wurden über einen Zeitraum von 7 Jahren photometrisch beobachtet und die Helligkeit dieser Systeme über 20 Tage mittels Photoplatten registriert. Zusätzlich konnten von diesen Sternen vor und nach einer photometrischen Beobachtungskampagne Spektren dieser lichtschwachen Objekte aufgenommen werden. Bei SY und TW Cha zeigte sich, daß die beobachteten Helligkeitsvariationen neben irregulären Schwankungen einem periodischen Prozeß unterliegen, abgeleitet mit Hilfe der PDM-Methode, und die Größe der Helligkeitsamplitude mit der Stärke eines zusätzlichen Kontinuums, welches über Jahre hinweg deutliche Schwankungen zeigt, gekoppelt ist. Bei VZ Cha kann eine Periodizität nur vermutet werden. Das Objekt ähnelt in der Korrelation Amplitude - Farbexzess und in dem Verhalten bei geringer Helligkeit röter zu sein, den beiden anderen Objekten.
Die registrierten Spektren wurden restauriert, um auf das Vorhandensein von T Tauri typischen Emissionslinien und photosphäriachen Absorptionslinien hin untersucht zu werden. Aus den identfizierten Absorptionslinien waren die Spektraltypen der drei Sterne nicht zu klassifizieren, wenngleich auch die Merkmale später Typen gefunden wurden. Weiterhin konnten mittels der CCF Methode, für die Qualität der Spektren recht genaue, relative Radialgeschwindigkeiten aus den stärksten H und Ca II Emissionslinien bestimmt werden. Eine Korrelation der gefundenen Geschwindigkeiten mit den Lichtkurven ist eingeschränkt für SY und TW Cha möglich, jedoch läßt der immer noch recht große Fehler in den Geschwindigkeiten keine völlig eindeutige Zuordnung zu.
Als Erklärungsmöglichkeit für die beobachteten Eigenschaften der Systeme kann ein Modell einer ionisierten expandierenden Hülle, die von flareartig ausgestoßener Materie gespeist wird, herangezogen werden. Dieses Modell bietet ebenfalls eine Erklärung für die auftretenden irregulären Helligkeitsschwankungen, jedoch ist die Frage offen, welche physikalischen Prozesse die Systeme zu periodischem Verhalten anregen; eventuell befinden sich die Sterne in einer Pulaationsphase. Damit ist eine umfassende Beschreibung der auftretenden Phänomene im Augenblick nicht möglich und, abgesehen von statistischen Ergebnissen, ist es für weitere Analysen unumgänglich, den beobachteten Sachverhalt durch gleichzeitige Beobachtungen in den Wellenlängenbereichen vom UV bis zum Infrarot und spektrale Aufnahmen hoher Dispersion im Kurzwelligen über mindestens eine vermutete Periode vertieft zu untersuchen.
 

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Last modified 26 Jul 2011
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