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Die Farmschule |
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Die Farm Naos liegt 90 km südwestlich von Windhoek, der Hauptstadt Namibias, und befindet sich seit über 70
Jahren im Besitz der Familie Scholz. Heute hat sie mehr als hundert schwarze Bewohner, überwiegend
Namas und Damaras.
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Um den vielen Kindern einen Schulbesuch zu ermöglichen, entschloss sich das Ehepaar Scholz, eine
Farmschule einzurichten. Zu Beginn des Jahres 1978 wurde der Antrag von der Erziehungsbehörde genehmigt und
die Schule mit einer Klasse eröffnet. Heute besteht sie aus sieben Klassen mit drei Lehrern und wird von
etwa siebzig Schülern besucht. 34 Kinder wohnen während der Woche im angrenzenden Internat, wo sie von einer Heimmutter betreut werden. Sie kommen von umliegenden Farmen und aus den
allerärmsten Familien des angrenzenden Rehobother Bezirks.
Die Gehälter der Lehrer, die Lernmittel und die meisten Schulmöbel werden vom Staat getragen. Auch
für das Schülerheim bezahlt der Staat einen bescheidenen Tagessatz pro Kind. Für die
tägliche Schulspeisung stellt er außerdem Maismehl zur Verfügung. Jeden Morgen bekommen die Schüler einen mit Zucker und Pulvermilch versetzten Maisbrei. Allerdings gibt es häufig Engpässe, die dann mit Spendengeldern überbrückt werden müssen.
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Bei allen Farmschulen werden die Gebäude vom Farmer gestellt. Der Naoser Schulkomplex umfasst inzwischen
drei Klassenzimmer und ein Lehrerzimmer in kleineren Gebäuden, das Internat und ein Lehrerwohnhaus sowie
einen Schulsaal mit Bibliothek. An Schultagen findet dort der Unterricht für die oberen drei Klassen
statt. Mit einem Fassungsvermögen von um die 200 Personen ist er auch für größere
Aktivitäten der Schule und der Farmgemeinschaft geeignet. Die Weihnachtsfeier mit Christbaum,
Krippenspiel, Päckchen für die Kinder und Ehrung der Klassenbesten ist dort ein Höhepunkt des
Jahres. Am Abend des Sportfests gibt es im Saal Tanz. Auch für Gottesdienste und Hochzeiten steht er zur Verfügung.
Die Absolventen der Farmschule können die achte bis zehnte Klasse der Höheren
Schule in Rehoboth besuchen. Das Geld für Schule und Internat wird aus Spendengeldern aufgebracht. Nach
dem Schulabschluss bemüht sich Frau Scholz, den Mädchen und Jungen eine Anstellung zu vermitteln. Auch die Heimmutter hat die Farmschule besucht und im Haushalt von Frau Scholz gelernt.
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Die Wasserversorgung einer solch großen Gemeinschaft muss gut geplant werden. Als das Wasser aus dem
Bohrloch am Farmhaus nicht mehr ausreichte, wurde ein Damm nahe dem Haus gebaut. Nun kann in der Regenzeit
zusätzlich Wasser gesammelt werden, und die Wasserversorgung ist auch für längere Trockenperioden
gesichert. Sogar ein Schulgarten mit Gemüse wurde angelegt.
Seit 1982 steht die Farm auf dem staatlichen Medizinprogramm. Einmal im Monat kommt ein Team von
Krankenschwestern aus Windhoek zur medizinischen Versorgung der Farmbewohner: Impfungen,
Krankenbetreuung. Dies wurde möglich, weil dafür die Räume des Schülerheims zur
Verfügung stehen. Der Kliniktag in Naos ist ein beliebter Treffpunkt der Frauen der Umgebung. Auch Kurse für Farmarbeiter konnten schon im Heim abgehalten werden: Führerschein-, Maschinenreparatur-, Haushaltskurse.
In den letzten 25 Jahren hat die Farmschule Naos einigen Hundert Kindern eine zumindest siebenjährige
Schulausbildung ermöglicht. Dadurch haben sie einen höheren Lebensstandard und bessere Chancen im Leben gewonnen.
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